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Gesunder Zucker - ist das möglich?

Du möchtest einen Zucker für deine optimale Energieversorgung und trotzdem keine Nebenwirkungen wie Karies und einen schwankenden Blutzuckerspiegel?

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Einführung

Gesunder Zucker - ist das möglich?

Du möchtest einen Zucker für deine optimale Energieversorgung und trotzdem keine Nebenwirkungen wie Karies und einen schwankenden Blutzuckerspiegel?

Ein optimaler Zucker versorgt dein Gehirn und deine Muskeln mit Brennstoff, schmeckt angenehm süß, ohne Beigeschmack und hat keine negativen Auswirkungen auf deine Gesundheit. Mit den meisten derzeit bekannten Zuckern, oder Zuckerersatzstoffen, ist dies schwer umsetzbar. Oft ist die Anwendung schwierig, der Geschmack überzeugt nicht, oder sie beeinflussen den Blutzuckerspiegel und unser Suchtverhalten.

Du möchtest gerne mehr zu neuen und vielversprechenden Alternativen erfahren, die sogar positive Effekte auf deinen Körper haben können? Außerdem interessiert dich eine Übersicht an herkömmlichen sowie brandneuen Zuckern?

»Die beste Alternative zu Zucker ist: weniger Zucker«
- Stefan Kabisch, Studienarzt am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

Dieser Vorschlag von Stefan Kabisch ist im Alltag schwierig umzusetzen. In jedem Fertigprodukt, jedem Getränk und in den meisten Snacks befindet sich Zucker.

In Deutschland werden pro Kopf und Jahr 32,5 Kilogramm Zucker verbraucht - das sind 89 Gramm am Tag. Die WHO rät den Zuckerkonsum auf maximal 25 Gramm pro Tag zu beschränken, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die deutsche Adipositas-Gesellschaft und die Deutsche Diabetes Gesellschaft legen eine Tageshöchstdosis von 50 Gramm Zucker fest.

Generell ist die Idee gut, den Zuckerkonsum zu minimieren - du wünschst dir dennoch bessere Alternativen zu dem typischen Haushaltszucker?

Inhaltsverzeichnis

• Was versteckt sich eigentlich hinter dem Begriff Zucker?
• Das Zuckerparadoxon - warum wir Zucker brauchen und er trotzdem ungesund ist
• Was passiert im Körper mit Zucker?
• Warum wir Zucker benötigen
• Warum Zucker krank machen kann
• Süßkraft verschiedener Zucker
• Zuckeralternativen - süß ohne schlechtes Gewissen?
• Was sind intelligente Zucker?
• Die richtige Menge und die richtigen Süßungsmittel sind wichtig für einen gesunden Umgang mit Zucker

Was versteckt sich hinter dem Begriff Zucker?

Zucker verbindet man sofort mit süßem Geschmack, dieser kann jedoch von unterschiedlichen Arten kommen.
Am häufigsten werden Glucose (Traubenzucker), Fructose (Fruchtzucker), oder Lactose (Milchzucker) und natürlich Saccharose (Haushaltszucker) als “Zucker” verwendet.
Diese Zuckerarten gehören alle zu der Gruppe der Kohlenhydrate und besitzen einen ähnlichen chemischen Aufbau, bestehend aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Die Molekülstruktur der Zucker unterscheidet sich je nach Zuckerart.

Kohlenhydrate werden in unterschiedlichen Gruppen nach Größe unterteilt:
• Einfachzucker: Die simpelsten Zucker wie Glukose, Galaktose und Fruktose werden als Monosaccharide (Einfachzucker) bezeichnet.
• Zweifachzucker: Unser Haushaltszucker Saccharose ist ein Disaccharid (Zweifachzucker) und besteht zu gleichen Teilen aus Glucose und Fructose. Weitere Zweifachzucker sind Lactose und Maltose.
• Mehrfachzucker: Kohlenhydrate, die in Getreide und Gemüse enthalten und aus drei bis neun Einfachzuckermolekülen aufgebaut sind, werden Oligosaccharide (Mehrfachzucker) genannt.
• Vielfachzucker: Die längsten Kohlenhydrate schmecken nicht unbedingt süß und sind in Stärke enthalten, sie werden Polysaccharide (Vielfachzucker) genannt.

Das Zuckerparadoxon - warum wir Zucker brauchen und er trotzdem ungesund ist

Unser Körper braucht Energie, um funktionieren zu können. Diese wird aus der Nahrung gewonnen. Die darin enthaltenen Nährstoffe Fette, Proteine und Kohlenhydrate dienen als Brennstoff.
In unserer Entwicklungsgeschichte bestand unsere Nahrung hauptsächlich aus Fetten, Proteinen und Ballaststoffen. Erst mit dem Ackerbau erfolgte eine Umstellung auf eine kohlenhydratreiche Ernährungsweise. Gerade der Stoffwechsel von Mittel- und Nordeuropäern hat sich noch nicht an diese hohe Zuckermenge angepasst.

Das Paradoxe - wir sind zwar noch nicht auf eine kohlenhydratreiche Ernährung angepasst[1], Zucker in Form von Glucose ist dennoch einer der wichtigsten Stoffe für unseren Körper.

Glucose ist in unserem Körper essentiell und muss rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Wir verfügen genau aus diesem Grund über körpereigene Energiespeicher und können aus Fett und Eiweiß Glucose herstellen. Eine Glucosezufuhr über unsere Ernährung ist deshalb auch nicht zwingend notwendig.

Der Einfachzucker spielt eine wichtige Rolle als Baustoff für unsere Zellen, ist Signalträger und dient der zellulären Reparatur. Außerdem ist er ein idealer Treibstoff für unsere Muskeln und unser Gehirn.

Ein weiterer Vorteil bei der Energiegewinnung aus Zucker ist dessen Verwertung. Anders als bei Fettsäuren kann Zucker mithilfe von Sauerstoff verbrannt und zusätzlich ohne Sauerstoff vergärt werden.

Dies war ein entscheidender Vorteil bei der Jagd und dem Überlebenskampf.
Inzwischen nutzen viele Sportler, wie z.B. Marathonläufer, diese Fähigkeit, um lange Strecken laufen zu können. Im Sport kann dies von Vorteil sein. Bei diversen Erkrankungen wie mitochondrialen Störungen, Krebs und chronischen Infektionen, kann der Weg der Vergärung zum Fluch werden.
Kranke Zellen nutzen nämlich oftmals diesen Weg, um die Apoptose (den Zelltod) zu umgehen[2].

Was passiert im Körper mit Zucker?

Damit unsere Zellen über den Blutkreislauf mit Zucker versorgt werden können, muss dieser zuerst aufgenommen werden.
Unser Darm kann nur Einfachzucker resorbieren, darum werden alle anderen Zuckerverbindungen und komplexe Kohlenhydrate mit Hilfe von Enzymen gespalten. Teilweise beginnt diese enzymatische Aufspaltung bereits im Mund. Du kannst dies testen, indem du Brot ein paar Minuten lang kaust. Es wird plötzlich süß schmecken. Das liegt an dem Enzym Amylase, welches in unserem Speichel enthalten ist.

Die meisten langkettigen Zuckerverbindungen werden jedoch im Dünndarm durch die dort enthaltenen Enzyme aufgespalten. Nach der Aufspaltung der Kohlenhydrate aus Nudeln, Brot, Kartoffeln und Reis bleiben einzelne Glucosebausteine übrig.
Für die Spaltung der Zweifachzucker benutzt unser Körper spezifische Enzyme wie Laktase für Milchzucker, Maltase für Malzzucker und Trehalase für Trehalose. Diese entstehenden Einfachzucker werden in unserem Verdauungstrakt aufgenommen und in Traubenzucker (Glukose) umgewandelt und dann in den Blutkreislauf abgegeben.
Die in unserem Blut enthaltene Glukose nennen wir Blutzucker.

Blutzucker- und Insulinspiegel
Sowohl unser Blutzuckerspiegel als auch unser Insulinspiegel steigen und fallen mit unseren Mahlzeiten. Unser Blutzucker wird durch alle Kohlenhydrate in Form von Zucker, Fruchtzucker, Stärke etc. beeinflusst. Dieser Spiegel steigt mit der Einnahme von Zucker.
Die Glukose wird anschließend mit Hilfe von Insulin in unsere Zellen transportiert. Dann fällt der Blutzuckerspiegel wieder ab.
Wie Lebensmittel unseren Blutzuckerspiegel beeinflussen, sagt der glykämische Index aus. Er besteht aus einer Skala von 1 - 100, wobei Glukose mit einem Wert von 100 als Vergleich dient. Somit steht ein niedriger GI für einen langsamen und geringen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Der Wert bezieht sich dabei immer auf 50 Gramm der im Lebensmittel enthaltenen Kohlenhydrate und berücksichtigt nicht die Zusammensetzung der einzelnen Inhaltsstoffe.

Warum wir Zucker benötigen

+ Als Energielieferant
Unser System benötigt beständig Energie. Damit diese freigesetzt werden kann, wird Glukose als Treibstoff genutzt. Unser Gehirn und unsere Nerven lieben Zucker. Unser Gehirn alleine verbrennt im Schnitt 142 Gramm Glukose am Tag, das entspricht ca. 14 Esslöffel Zucker. Auch unsere Muskeln benötigen schnelle Energie in Form von Glukose. Diese hat Fettsäuren gegenüber einen großen Vorteil, da sie über zwei verschiedene Wege als Energieträger genutzt werden kann: durch Verbrennung und Vergärung (vorteilhaft beim Sport).

+ Zucker macht glücklich
Unser Gehirn belohnt uns, wenn wir Zucker essen. Über die Geschmacksnerven wird eine Ausschüttung von körpereigenen Opioiden sowie von den Glückshormonen Serotonin und Dopamin veranlasst. Ein weiterer Effekt von einer hohen Menge Zucker im Gehirn ist eine stärkere Aktivität unserer Nervenzellen. Somit können wir angenehme Gefühle intensiver wahrnehmen. Dieses Belohnungssystem führt dazu, dass wir sehr gerne Zucker essen.

+ Als Zellbausteine
Einige Zucker sind ein wichtiger Bestandteil unserer Zellstrukturen. Dazu gehört die Ribose, als Bestandteil des DNA-Strangs und unseres Energiemoleküls ATP. Die Galaktose bildet zusammen mit Proteinen Glycoproteine, die unter anderem für den Informationsaustausch zwischen Zellen oder dem Empfang von Hormonsignalen verantwortlich sind.

+ Zucker hilft bei Stress
Unsere Gehirnzellen benötigen sehr viel Energie, wenn sie viel und schnell arbeiten müssen und unter Stress stehen. Zucker dient nicht nur als Treibstoff, sondern kann auch Stress in Form von Cortisol abbauen. Nimmt man in einer stressigen Situation, in welcher viel Cortisol ausgeschüttet wird, Zucker zu sich, kann dies nachweislich den Cortisolspiegel senken. Dies ist auch eine Erklärung dafür, warum gestresste Menschen oft ein erhöhtes Bedürfnis nach Süßem haben[3].

Zucker beschreiben die meisten Personen als "süß". Sind unterschiedliche Zucker auch unterschiedlich süß? Wie wird “süß” überhaupt messbar gemacht?

Süßkraft - wie süß schmeckt süß?

Wie beschreibt man die Süße von Süßungsmitteln? Dafür wird die relative Süße eines Zuckerersatzstoffes in den Vergleich zum Haushaltszucker Saccharose gesetzt. Der entstehende Wert wird als Süßkraft bezeichnet.

Warum Zucker krank machen kann

Zucker war für unsere Vorfahren überlebenswichtig, aber nur in geringem Maße verfügbar.
Inzwischen ist es schwierig Mahlzeiten ohne Zucker zu verzehren. Das große Überangebot und die damit verbundene hohe Aufnahme von Zucker führt zu vielen gesundheitlichen Problemen[4].

Dadurch überwiegen die negativen Aspekte von Zucker deutlich den Vorteilen für unseren Körper. Die bekanntesten Folgen von Zucker sind Übergewicht und Diabetes, aber leider gibt es weit mehr negative Auswirkungen von zu hohem Zuckerkonsum, die zum Teil lange unentdeckt bleiben.
Unser Darm gerät aus dem Gleichgewicht, da “schlechte” Darmbakterien die Oberhand bekommen. Auch Tumorzellen werden durch Zucker “gefüttert”.

Weitere Symptome sind: Suchtverhalten, Aufmerksamkeitsdefizits- und Hyperaktivitätsstörungen und Beeinträchtigung von neurokognitiven Funktionen (räumliches Lernen, Objekterkennung, Verhaltenshemmung, Angstgedächtnis)[5].

Du fragst dich, ob du dienen Zuckerkonsum herunterfahren solltest? Was sind die Anzeichen von zu viel Zucker in deiner Ernährung[6]?

Zuckeralternativen - süß ohne schlechtes Gewissen?

Seit einiger Zeit hat sich das Bewusstsein in Bezug auf gesunde Ernährung gewandelt. Ein gesunder und bewusster Lebensstil gilt inzwischen für viele Leute als erstrebenswert.
Insbesondere in Bezug auf Zucker werden nun immer häufiger “gesunde” Alternativen angeboten oder von der Lebensmittelindustrie verarbeitet. Sind diese Ersatzstoffe oder Alternativen nun wirklich besser, oder schaden sie sogar mehr als der übliche Haushaltszucker?

Süßstoffe:
Zurzeit sind in der EU elf künstliche Süßstoffe zugelassen. Die bekanntesten sind (Saccharin, Cyclamat, Saccharin-Cyclamat-Gemische, Aspartam, Acesulfam, Neohesperidin DC, Thaumatin). Sie haben keinen glykämischen Index und beeinflussen somit unseren Blutzuckerspiegel nicht. Jedoch konnte in einer in Indien durchgeführten Studie nachgewiesen werden, dass trotzdem Insulin über die Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet wird. Unser Körper erwartet beim Geschmack von Süße Glukose. Wird dies nicht erfüllt, sendet der Hypothalamus das Signal “Hunger”[7].
Eine weitere Studie zeigt, dass sich Süßstoffe negativ auf unsere Darmflora auswirken können[8]. Du solltest auf die von der WHO festgelegte Höchstverzehrmenge der Süßstoffe achten, da bei Überschreitung schwere Symptome auftreten können[9].

Zuckeralkohole Xylit & Erythrit:
Der bekannteste Zuckeralkohol ist wahrscheinlich der Birkenzucker (Xylit), welcher ursprünglich aus Birkenrinde hergestellt wurde. Mittlerweile wird Xylit aus landwirtschaftlichen Rohstoffen wie Mais, Holz, oder Stroh gewonnen. Er schützt die Zähne und bekämpft nachweislich Kariesbakterien. Er ist genauso süß wie Haushaltszucker, hat aber 40 % weniger Kalorien und beeinflusst den Blutzuckerspiegel kaum.
Xylit hat allerdings einen Einfluss auf unser Darmmikrobiom. Hier kann es die Veränderung der Bakterienstämme verursachen. Das kann förderlich sein, falls diese Stämme zu sehr wuchern, es kann aber auch von Nachteil sein[10].
Erythrit wird aus Stärke gewonnen. Es hat keine Kalorien, da es über den Dünndarm aufgenommen und zu 90 % über den Urin ausgeschieden wird. Dadurch werden Begleiterscheinungen wie Blähungen und Durchfall stark reduziert. Bei Personen, die trotzdem Darmprobleme bei der Einnahme von Erythrit haben, greift wahrscheinlich der präbiotische Effekt von Erythrit. Genau wie Xylit beeinflusst Erythrit das Wachstum einiger Bakterienstämme und kann zusätzlich die Bildung von Butyrat (ein wichtiges Produkt für Darmgesundheit) ein wenig steigern[11].

Fruktose in Form von Agavendicksaft und Obstdicksäften:
Agavendicksaft hat einen niedrigen glykämischen Index und ist sogar süßer als Haushaltszucker. Dies liegt an dem hohen Anteil von Fruktose, welcher auch als Fruchtzucker bekannt ist. Unser Körper kann Fruktose nur in der Leber abbauen. Konsumieren wir in zu großen Mengen, ist diese überlastet und lagert die Fruktose ein. Das kann langfristig zu einer Fettleber oder sogar Leberzirrhose führen[12].
Außerdem kann ein zu hoher Fruchtzuckerkonsum den Stoffwechsel stören, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen und eine Insulinresistenz fördern[13]. Ein Zuviel an Fruchtzucker kann zu Verdauungsproblemen führen. Wenn du gegen Fruktose allergisch bist, solltest du diese Süßungsmittel vermeiden. Achte auf die Menge an Fruktose, welche du zu dir nimmst. Der Mensch kann ca. 25 - 80 Gramm Fruktose am Tag verstoffwechseln.

Ahornsirup
Der aus Kanada stammende Sirup besteht zu 60 % aus Zucker und ist dementsprechend weniger süß. Er hat ein typisches karamellartiges Aroma und enthält Vitamine, Mineralstoffe, sowie antioxidative und entzündungshemmende Substanzen. Der glykämische Index liegt bei 55. Bei Ahornsirup sollte auf die Qualität und Inhaltsstoffe geachtet werden, da dieser in geringer Qualität oft mit Zuckerwasser gestreckt wird. Achte auch hier auf die Menge, damit du die empfohlene Tagesdosis von Zucker nicht überschreitest. Außerdem sollte er, wie Honig, nicht erhitzt werden.

Honig:
Honig ist wahrscheinlich das älteste Süßungsmittel und wurde bereits im alten Ägypten als Speise der Götter bezeichnet. Honig enthält Mineralstoffe und Vitamine, außerdem wird es von jeher wegen seiner entzündungshemmenden und wundheilenden Eigenschaften verwendet.
Honig besteht dennoch zu 80 % aus Glukose und Fruktose, darum musst du auch hier auf die empfohlene Tagesmenge achten. Honig sollte nicht erhitzt werden, damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Kokosblütenzucker oder Kokosblütensirup:
Kokosblütenzucker besteht fast ausschließlich aus Saccharose und hat genauso viele Kalorien. Jedoch enthält auch er Vitamine, Mineralstoffe und den Ballaststoff Inulin.
Der glykämische Index liegt bei 35, somit lässt er den Blutzuckerspiegel kaum ansteigen. Kokosblütenzucker ist eine nachhaltige Alternative, jedoch auch die teuerste. Hier ist es ebenfalls notwendig, dass du auf die Verzehrmenge achtest.

Süßkraut Stevia
Das auch Honigkraut genannte Stevia enthält keine Kalorien und auch keinen Zucker. Darum lässt es den Blutzuckerspiegel nicht ansteigen und ist für Diabetiker geeignet. Das im Stevia enthaltene Steviosid ist 300 Mal süßer als Zucker.
Das getrocknete Kraut ist ein Naturprodukt und hat einen lakritzartigen, bitteren Nachgeschmack. In der Lebensmittelindustrie werden Stevioside verwendet. Das sind chemisch extrahierte Bestandteile der Steviapflanze.
Als natürlich kann man diesen Extrakt dann nicht mehr wirklich bezeichnen. Stevia wurde unter der Nummer E960 in der EU zugelassen, die Tageshöchstmenge ist auf 4 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt.

Auch bei diesen Zuckeralternativen ist ein Genuss ohne schlechtes Gewissen nur bedingt möglich:
Wie du in den Beschreibungen der einzelnen Zuckeralternativen erkennen kannst, haben auch diese einige Nachteile, die du beachten solltest.
Zum großen Teil enthalten sie trotzdem Fruktose, Glukose sowie Saccharose, somit musst du hier auf die empfohlene Tagesmenge achten - genau wie bei Zucker.
Manche Alternativen solltest du nicht erhitzen, wie Honig und Ahornsirup. Bei einigen können Probleme mit der Verdauung entstehen, wie bei Fruktose, den Zuckeralkoholen, oder einigen Süßstoffen. Bei einigen Süßstoffen solltest du auf die empfohlene Verzehrhöchstmenge achten. Außerdem sind Süßstoffe und Steviolglycoside keine natürlichen Produkte, sondern chemisch hergestellt oder sehr stark verarbeitet.

Folgend findest du zwei vielversprechende Zuckeralternativen mit Vorteilen für deine Gesundheit.

Was sind funktionelle Zucker - warum sind sie vielversprechend?

Dr. rer. nat. Coy empfiehlt eine Ernährung mit von ihm als “intelligente Zucker” bezeichnete Süßungsmittel[1].
Folgend erfährst du mehr zu Tagatose und Galaktose.

Tagatose
Die Tagatose ist ein natürlicher Einfachzucker und ähnelt strukturell Fruktose, hat im Vergleich jedoch einen großen Vorteil. Sie hat eine weitaus geringere Resorptionsrate. Es werden nur 20 % der aufgenommenen Tagatose im Dünndarm resorbiert und anschließend über die gleichen Stoffwechselwege wie Fruktose verstoffwechselt.
Die restlichen 80 % gelangen in den Dickdarm und werden dort von den Darmbakterien genutzt und fermentiert[14]. Diese Fermentation führt zu einer stark erhöhten Bildung von Butyrat[15]. Diese Fettsäure fördert die Darmgesundheit und hat außerdem Einfluss auf den Stoffwechsel[16]. Tagatose ist laut Studien in Zürich zahnfreundlich und wird nicht von kariesverursachenden Bakterien verstoffwechselt[17]. Tagatose hat eine Süßkraft von 92 %, der glykämische Index liegt durch die geringe Aufnahme bei 7,5[18].

Galaktose - der Gehirnzucker
Die Galaktose wird auch Schleimzucker genannt, da sie gebunden an ein Protein (Glykoprotein) in den Schleimhäuten der Nase, des Mundes und des Magens vorkommt. Galaktose wird unabhängig vom Hormon Insulin verwertet. Sie ist eine sehr wertvolle Energiequelle für unser Gehirn und unterstützt insulinunabhängig unsere Gedächtnisleistung.

Im Gegensatz zu Glukose wird Galaktose nur von den Mitochondrien verstoffwechselt, schmeißt also die aerobe Verbrennung an, die deutlich mehr Energie liefert. Gerade in Zellen mit Störungen in diesem Bereich kann Galaktose daher die Nutzung der Mitochondrien fördern[19]. Außerdem ist sie ein essentieller Bestandteil von Glykoproteinen und Glykolipiden - diese benötigt unser Körper für das Wachstum und die Funktion der Nervenzellen.

Galaktose ist ein natürlicher Zucker, er kommt vor allem als Baustein in Milchprodukten (Laktose = Galaktose + Glukose) und in Pflanzen mit Mehrfachzuckern (Hülsenfrüchte, Zuckerrüben) vor. Freie Galaktose findet man fast ausschließlich in fermentierten Lebensmitteln.

Ein weiterer Vorteil von Galaktose, neben der Energiebereitstellung, ist seine zahnschonende Wirkung. Laut einer Studie kann die Plaquebildung der Zähne reduziert werden, da dieser Zucker die Andockstellen an der Zahnoberfläche blockiert und somit das Anheften von kariesfördernden Bakterien minimiert[20].
Galaktose hat eine Süßkraft von 45-60 und einen Glykämischen Index von 20.

Warum eine Kombination von Tagatose und Galaktose die beste Wahl ist:
Durch die Kombination von Galaktose und Tagatose erhält man eine Zuckeralternative, die durch Galaktose die Energieversorgung sicherstellt, ohne den Insulinspiegel zu beeinflussen. Vereint mit Tagatose, die zur Erhaltung der Zahnmineralisierung beiträgt, sowie für angenehme Süße sorgt, erhältst du deine perfekte Mischung.

Die richtige Menge und die richtigen Süßungsmittel sind wichtig für einen gesunden Umgang mit Zucker.

Auf Zucker zu verzichten, ist ernährungsphysiologisch schwer umzusetzen. Wie du in diesem Artikel lesen konntest, benötigt unser Körper Zucker vor allem als Energielieferant, aber auch für andere Prozesse. Zucker kannst du per se nicht als schlecht einstufen, wie so oft ist allerdings die richtige und moderate Menge entscheidend. Eine Möglichkeit, die Menge an Haushaltszucker einzuschränken, ist der Austausch durch andere Zuckerarten. Zucker und Zuckerersatzstoffe in der richtigen Dosierung können einige Vorteile mit sich bringen, wie die Energiebereitstellung, Schutz der Zähne und das Reduzieren von Stress.

Also geht es nicht darum zu verzichten, sondern klug zu wählen.

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Literaturverzeichnis

[1]: Dr. Johannes Coy. 2019. Fit mit Zucker. GU Verlag.

[2]: Lu, J., Tan, M., & Cai, Q. (2015). The Warburg effect in tumor progression: mitochondrial oxidative metabolism as an anti-metastasis mechanism. Cancer letters, 356(2 Pt A), 156–164. https://doi.org/10.1016/j.canlet.2014.04.001

[3]: Ulrich-Lai, Y. M., Ostrander, M. M., Thomas, I. M., Packard, B. A., Furay, A. R., Dolgas, C. M., Van Hooren, D. C., Figueiredo, H. F., Mueller, N. K., Choi, D. C., & Herman, J. P. (2007). Daily limited access to sweetened drink attenuates hypothalamic-pituitary-adrenocortical axis stress responses. Endocrinology, 148(4), 1823–1834. https://doi.org/10.1210/en.2006-1241

[4]: Freeman, C. R., Zehra, A., Ramirez, V., Wiers, C. E., Volkow, N. D., & Wang, G. J. (2018). Impact of sugar on the body, brain, and behavior. Frontiers in bioscience (Landmark edition), 23(12), 2255–2266. https://doi.org/10.2741/4704

[5]: Beecher, K., Alvarez, Cooper I., Wang J., Walters, S. B., Chehrehasa, F., Bartlett, S. E., Belmer, A. (2021). Long-Term Overconsumption of Sugar Starting at Adolescence Produces Persistent Hyperactivity and Neurocognitive Deficits in Adulthood. Frontiers in Neuroscience, 15. https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fnins.2021.670430/full

[6]: https://www.everydayhealth.com/diet-nutrition/potential-signs-youre-eating-too-much-sugar/

[7]: Swithers, S.E., Davidson, T. L. (2008). A role for sweet taste: Calorie predictive relations in energy regulation by rats. Behavioral Neuroscience, 122(1), 161-173. https://psycnet.apa.org/record/2008-01943-017

[8]: Shil, A., & Chichger, H. (2021). Artificial Sweeteners Negatively Regulate Pathogenic Characteristics of Two Model Gut Bacteria, E. coli and E. faecalis. International Journal of Molecular Sciences, 22. https://www.semanticscholar.org/paper/Artificial-Sweeteners-Negatively-Regulate-of-Two-E.-Shil-Chichger/1ead0cf55334a609a81d73d85dfae1b4ffdd2c5e

[9]: Choudhary, A., Lee, Y. Y. (2018). The debate over neurotransmitter interaction in aspartame usage. Journal of Clinical Neuroscience. 56. https://www.researchgate.net/publication/326256907_The_debate_over_neurotransmitter_interaction_in_aspartame_usage

[10]: Uebanso, T., Kano, S., Yoshimoto, A., Naito, C., Shimohata, T., Mawatari, K., & Takahashi, A. (2017). Effects of Consuming Xylitol on Gut Microbiota and Lipid Metabolism in Mice. Nutrients, 9(7), 756. https://doi.org/10.3390/nu9070756

[11]: Mahalak, K. K., Firrman, J., Tomasula, P. M., Nuñez, A., Lee, J. J., Bittinger, K., Rinaldi, W., & Liu, L. S. (2020). Impact of Steviol Glycosides and Erythritol on the Human and Cebus apella Gut Microbiome. Journal of agricultural and food chemistry, 68(46), 13093–13101. https://doi.org/10.1021/acs.jafc.9b06181

[12]: Jensen, T., Abdelmalek, M. F., Sullivan, S., Nadeau, K. J., Green, M., Roncal, C., Nakagawa, T., Kuwabara, M., Sato, Y., Kang, D. H., Tolan, D. R., Sanchez-Lozada, L. G., Rosen, H. R., Lanaspa, M. A., Diehl, A. M., & Johnson, R. J. (2018). Fructose and sugar: A major mediator of non-alcoholic fatty liver disease. Journal of hepatology, 68(5), 1063–1075. https://doi.org/10.1016/j.jhep.2018.01.019

[13]: https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/pressemeldungen/243?press_str=

[14]: Bertelsen, H., Andersen, H., Tvede, M. (2001). Fermenation of D-Tagatose by Human Intestinal Bacteria and Dairy Lactic Acid Bacteria. Microbial Ecology in Health and Disease, 13(2), 87-95. https://doi.org/10.1080/08910600119905

[15]: Venema, K., Vermunt S. H. F. & Brink E. J. (2005). D-Tagatose increases butyrate production by the colonic microbiota in healthy men and women. Microbial Ecology in Health and Disease, 17(1), 47-57. https://doi.org/10.1080/08910600510035093

[16]: Bridgeman, S. C., Northrop, W., Melton, P. E., Ellison, G. C., Newsholme, P., & Mamotte, C. (2020). Butyrate generated by gut microbiota and its therapeutic role in metabolic syndrome. Pharmacological research, 160, 105174. https://doi.org/10.1016/j.phrs.2020.105174

[17]: Imfeld, T. (1996): Telemetric evaluation of D-tagtose provided by MD Foods Ingredients Amba, Denmark, with regard to the product’s qualification as being safe for teeth“. Dental Institute, University of Zurich, Switzerland.

[18]: https://www.diabetiker.info/zuckeralternativen-auf-den-zahn-gefuehlt-was-steckt-drin-in-den-neuen-suessen/

[19]: Aguer, C., Gambarotta, D., Mailloux, R. J., Moffat, C., Dent, R., McPherson, R., & Harper, M. E. (2011). Galactose enhances oxidative metabolism and reveals mitochondrial dysfunction in human primary muscle cells. PloS one, 6(12), e28536. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0028536

[20]: Lembke, A., & Pause, B. (1989). Uber die kariostatische Wirksamkeit von D(+)-Galaktose [Anticaries effectiveness of D(+)-galactose]. Zeitschrift fur Stomatologie (1984), 86(4), 179–189. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/2638069/