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Selen

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Inhaltsverzeichnis

Was ist Selen?

Selen ist ein Mineralstoff, der zu den Spurenelementen gehört.

Welche Funktionen hat Selen?

Selen ist bedeutend für den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress, da es in dem Enzym Glutathionperoxidase vorkommt. Glutathion ist das stärkste, körpereigene Antioxidans. Die Reaktion, bei der Glutathion oxidativen Stress reduziert, wird durch die Glutathionperoxidase katalysiert. Selen ist außerdem Bestandteil einiger weiterer Enzyme und Proteine. Durch die Integration in die Glutathionperoxidase der Spermien ist Selen auch bei der Fortpflanzung bedeutend. Weiter ist Selen als Bestandteil eines Enzyms für die Funktion der Schilddrüse relevant, da dieses Enzym an der Produktion der Hormone beteiligt ist. Auch Haare und Nägel werden durch Selen unterstützt. Ebenso das Immunsystem.

Was macht Selen einzigartig?

Man sagt zwar, dass es 20 proteinogene Aminosäuren gibt, also Aminosäuren, die in Proteinen vorkommen, das stellt sich jedoch als inkorrekt heraus. Die 21. Aminosäure, das Selenocystein, stellt eine modifizierte Serin-Aminosäure dar. Diese Aminosäure, das Selenocystein, wird besonders gerne in Enzyme eingebaut, die in Redoxreaktionen verwendet werden, da die Aminosäure ein hohes Redox-Potential hat.

Wie viel Selen brauchst du pro Tag?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) nennt folgende Schätzwerte für eine angemessene Selenzufuhr:

Alter Selen mg/Tag männlich Selen mg/Tag weiblich
Säuglinge
0 bis unter 4 Monate 10 10
4 bis unter 12 Monate 15 15
Kinder und Jugendliche    
1 bis unter 4 Jahre 15 15
4 bis unter 7 Jahre 20 20
7 bis unter 10 Jahre 30 30
10 bis unter 13 Jahre 45 45
13 bis unter 15 Jahre 60 60
15 bis unter 19 Jahre 70 60
Erwachsene    
19 bis unter 25 Jahre 70 60
25 bis unter 51 Jahre 70 60
51 bis unter 65 Jahre 70 60
65 Jahre und älter 70 60
Schwangere   60
Stillende   75

Wann brauchst du Selen besonders?

Bei starkem oxidativen Stress ist der Bedarf an Selen erhöht, da hier die Glutathionperoxidase vermehrt arbeiten muss. Membranen können so geschützt werden.

Wie entsteht ein Mangel an Selen und wie äußert sich dieser?

Bei ausgewogener Ernährung ist ein Selenmangel unwahrscheinlich. Meist steckt eine Erkrankung wie Mukoviszidose, Niereninsuffizienz oder chronischer Durchfall dahinter, wenn zu wenig Selen ins Gewebe gelangt. Aber auch Essstörungen wie Anorexie oder Bulimie sowie ein schlecht geplanter Veganismus können einen Selenmangel begünstigen. Die Folgen können eine erhöhte Infektanfälligkeit, Schilddrüsenprobleme und bei Männern auch Fruchtbarkeitsprobleme sein. Bei Schwangeren kann Selenmangel zu einer Fehlgeburt führen. Besteht ein schweres Defizit an diesem Mikronährstoff, können sich zwei seltene, sehr spezielle Krankheiten entwickeln – die Keshan-Krankheit (eine Herzmuskelerkrankung) bzw. die Kashin-Beck-Krankheit (eine Erkrankung der Knochen und Gelenke).

Was passiert bei einer Überdosierung von Selen?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, nicht mehr als 40 µg Selen pro Tag in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zuzuführen. Ein Selenüberschuss macht sich zunächst durch einen Knoblauchgeruch im Atem bemerkbar. Eine dauerhafte Überdosierung kann zu einer Selenose führen, die sich in Sehstörungen, Nervenschäden und Durchfall äußern kann. Bei akuter Selenvergiftung kann es zu Herzversagen mit Todesfolge kommen.

In welchen Lebensmitteln ist besonders viel Selen enthalten?

Selen ist als Spurenelement in Fleisch, Fisch, Pilzen, Kohlarten sowie in Spargel, Nüssen und Hülsenfrüchten enthalten.

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