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Methionin

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Inhaltsverzeichnis

Was ist Methionin?

Methionin ist eine essentielle Aminosäure. Das heißt, sie muss über die Nahrung aufgenommen werden.

Welche Funktionen hat Methionin?

Methionin ist eine proteinogene Aminosäure, wird also für die Synthese von Proteinen benötigt. Methionin ist zudem eine glucogene Aminosäure, die in den Citratzyklus zur Energiegewinnung eingeschleust werden kann. Methionin ist Teil des Homocystein-Stoffwechsels, da aus Methionin SAM (S-Adenosylmethionin), der wichtigste Methylgruppendonor, gebildet wird. Methionin enthält Schwefel, weswegen es Teil schwefelhaltiger Proteine ist und außerdem Cystein bilden kann. Cystein ist ein Antioxidans und kann unter anderem für die Synthese von Glutathion verwendet werden. Methionin ist auch an der Nukleotidproduktion beteiligt, weshalb es für normale Zellteilung wichtig ist.1

Was macht Methionin einzigartig?

Methionin enthält Schwefel, welches aber nicht unbedingt reaktiv ist, da es inmitten der Aminosäure vorkommt. Die Aminosäure ist zudem besonders für das Organ Leber wichtig, da es als Vorstufe von Cystein und damit Glutathion Einfluss auf die Entgiftung haben könnte.2 In normalen Dosen unterstützt Methionin das Homocystein-Gleichgewicht.3

Wie viel Methionin brauchst du pro Tag?

Von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt es noch keine Empfehlung über die tägliche Methionin-Zufuhr. Wahrscheinlich liegt der Bedarf eines Erwachsenen bei etwa 10 bis 20 mg Methionin pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag – entscheidend sind hierbei u. a. das Alter, das Geschlecht und der individuelle Gesundheitszustand. Bei Kindern und Jugendlichen könnte der Bedarf aufgrund des Wachstums etwas höher liegen. Auch Schwangere und Stillende brauchen etwas mehr von dieser essenziellen Aminosäure.6

Wann brauchst du Methionin besonders?

Bei Harnwegsinfektionen kann Methionin das Wachstum einiger Bakterien hemmen.4 Außerdem ist Methionin wegen der antioxidativen Eigenschaften und der Beteiligung am Methylstoffwechsel im Bereich der Leberregeneration sowie bei Stress besonders geschätzt.5

Wie entsteht ein Mangel an Methionin und wie äußert sich dieser?

Methionin steckt in vielen eiweißhaltigen Lebensmitteln, daher ist ein Defizit eher selten. Dennoch gibt es bestimmte Personengruppen, die einen Mangel entwickeln können. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit häufigen Harnwegsinfekten: Bei ihnen säuert das im Körper gespeicherte Methionin den Harn an, wodurch der Bedarf an diesem Nährstoff erhöht ist. Darüber hinaus sollten Allergiker und Leberkranke auf eine ausreichende Versorgung achten. Bei einem Mangel an Methionin können Symptome wie Haarausfall, Wassereinlagerung in Armen und Beinen sowie Probleme beim Wasserlassen auftreten.7

Was passiert bei einer Überdosierung von Methionin?

Wird zu viel Methionin eingenommen, kann das Homocystein erhöht sein und damit das Gleichgewicht dieses Stoffwechselweges stören. Mögliche Folgen können Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, Schläfrigkeit und Reizbarkeit sein.8 Wer über einen längeren Zeitraum zu viel Methionin zu sich nimmt, riskiert aufgrund der harnsäuernden Wirkung ein Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt, da vermehrt Kalzium ausgeschieden wird.9

In welchen Lebensmitteln ist besonders viel Methionin enthalten?

In Lachs, Garnelen, Pute, Huhn und Soja sowie in Nüssen und Weizenkeimen ist vergleichsweise viel Methionin enthalten. Methionin ist oftmals ein Problem unter veganen Proteinquellen, da es im Vergleich zu anderen Aminosäuren eher weniger enthalten ist.

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Dieser Lexikon-Eintrag beruht auf sorgfältig recherchierten Quellen:

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